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Gleichgültig, ob Sie eine Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- oder Staatsexamensarbeit oder irgendeine andere Form von wissenschaftlicher Abschlussarbeit planen – die folgenden Tipps haben sich schon oft bewährt.

1. Bei der Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten spielt Übung eine entscheidende Rolle. Also: Wer schon während des Studiums einmal eine Seminararbeit etwa im Umfang und im Zeitrahmen der Abschlussarbeit geschrieben hat, hat einen großen Vorteil.

2. Ebenfalls schon während des Studiums können Sie herausfinden, wo Ihre methodischen Stärken und Neigungen liegen.

3. Nichts ist quälender als monatelang zu erforschen, was man eigentlich gar nicht wissen will. Daher sollten Sie sich bei Ihren Vorüberlegungen zum Thema der Abschlussarbeit vor allem fragen: Welches Problem, welche Fragestellung im Bereich meines Faches interessiert mich wirklich?

4. Sprechstundenzeiten sind meist knapp. Wenn Sie sich Fragen und Vorstellungen, die Sie mit Ihrem Prüfer/Ihrer Prüferin besprechen möchten, vorher überlegen und vielleicht auch schriftlich festhalten, kann er/sie Ihnen besser helfen.

5. Der Entstehungsprozess von wissenschaftlichen Arbeiten verläuft unterschiedlich. In der Regel werden aber die folgenden Phasen durchlaufen:

  1. Literaturrecherche und parallel dazu Klärung der Fragestellung,
  2. Erarbeiten einer (vorläufigen) Gliederung,
  3. Verfassen der Arbeit,
  4. Überarbeitung,
  5. formale Endkorrektur.

Ihren Zeitplan entwickeln Sie am besten vom Abgabedatum aus, d.h. Sie legen für Phase 5 bis Phase 1 bestimmte Zeiträume fest.

6. Für die Form der wissenschaftlichen Arbeit gelten zwei Grundregeln: Konsequenz und Nachprüfbarkeit. Viele Lehrende haben Hinweisblätter erarbeitet, die bei der Handhabung der Formalia im Einzelnen hilfreich sind. Falls Sie kein solches Hinweisblatt bekommen können, orientieren Sie sich am besten an einer neueren und möglichst thematisch verwandten Monographie Ihres Faches. Das ist meist leichter als die Anwendung abstrakter Regeln zur formalen Gestaltung in Handbüchern.

7. Niemand kann über Monate hin jeden Tag in gleicher Weise konzentriert denken und schreiben. Unproduktive Tage kann man trotzdem nutzen, indem man z.B. schon Formuliertes stilistisch überarbeitet oder Literaturangaben überprüft oder deren Form vereinheitlicht (also auf Phase 4 oder 5 vorgreift).

8. Achten Sie zumindest zu Beginn Ihrer Arbeit auf die für Sie angemessene work-life-balance. Andererseits: Wenn Ihnen dies in den letzten Wochen nicht mehr gelingt, sollte daraus kein zusätzlicher Stressfaktor werden; die Anfertigung einer Abschlussarbeit ist – mindestens in der Endphase – ein "Ausnahmezustand".

9. Bleiben Sie mit anderen Personen im Gespräch über Ihre Arbeit. So können Sie kontrollieren, ob Sie Ihre Überlegungen verständlich und plausibel ausdrücken. Das Gespräch nützt aber nicht nur Ihrer Arbeit, sondern auch Ihnen und Ihrer Motivation.

Und zum Schluss noch ein Lektüretipp, ein Buch aus der Feder eines Meisters, der es kann und sein Können auch zeigen kann: Umberto Eco, Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Ins Deutsche übers. v. Walter Schick (UTB 1512), Heidelberg 122007.


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